Evangelische Kirchengemeinde Sinsheim
StartseiteWir stellen uns vor Gottesdienste Wir begleiten Sie Gemeindeleben Kinderhaus
.

Aktuelle Predigt

31.12.2018

Predigt-Archiv-Hinweis

Einige Zeilen weiter unten finden Sie die jeweils aktuelle Predigt. 

Viele ältere Predigten finden Sie im Predigt-Archiv.
Den dazu notwendigen Link finden Sie unter Gottesdienste > Predigt-Archiv .

Sinsheimer Gottesdienste, die durch den Evangelischen  Rundfunkdienst Baden
in der Sendereihe Gloria für  Kabel / Internet - TV aufgezeichnet wurden,
können Sie  im Internet ggf. dort auch herunterladen und anschauen.

 

08.04.2018

Quasimodogeniti - Taufen - Kol. 2, 12 - Pfarrer Hartmut Friebolin

Die Predigt ligt im MP3-Format vor. Hier bitte öffnen

 

02.04.2018

Ostermontag - 1. Kor. 15, 50-58 - Pfarrerin Annette Röhrs

Liebe Ostergemeinde,

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Ein wunderbarer Jubelruf

Und jetzt? Wie geht es weiter nach der Auferstehung von Jesus?

Jesus hat den Tod besiegt. Im Glauben der Kirche nicht nur seinen eigenen, sondern den von uns allen. Das ist großartig, aber irgendwie auch ausgesprochen geheimnisvoll.

Und das nicht nur für uns aufgeklärte Menschen von heute. Schon die ersten Christengemeinden haben das nicht so recht verstanden, denn Menschen starben ja weiter. Paulus versucht, seiner Gemeinde in Korinth das Ostergeheimnis zu erklären (1. Kor 15,50-58):

Eins muss ich euch aber sagen,

Brüder und Schwestern:

Menschen aus Fleisch und Blut

können das Reich Gottes nicht erben.

Was vergänglich ist,

kann nicht unsterblich werden.

Seht doch,

ich weihe euch hier wirklich in ein Geheimnis ein:

Wir werden nicht alle sterben,

wir werden aber alle verwandelt werden.

Das geschieht ganz plötzlich,

in einem Augenblick,

beim letzten Trompetenstoß:

Die Trompete wird erschallen -

da werden die Toten zu unvergänglichem Leben erweckt.

Und gleichzeitig werden wir verwandelt.

Denn was vergänglich ist,

muss die Unvergänglichkeit anziehen -

wie ein neues Kleid.

Und was sterblich ist,

muss sich in Unsterblichkeit kleiden.

So hüllt sich das Vergängliche in Unvergänglichkeit

und das Sterbliche in Unsterblichkeit.

Wenn das geschieht,

geht das Wort in Erfüllung,

das in der Heiligen Schrift steht:

Tod, wo ist dein Sieg?

Tod, wo ist dein Stachel?«

Der Stachel des Todes ist die Schuld.

Aber die Schuld hat ihre Macht durch das Gesetz.

Dank sei Gott!

Durch unseren Herrn Jesus Christus

schenkt er uns den Sieg!

Meine lieben Brüder und Schwestern,

haltet am Glauben fest!

Seid unerschütterlich!

Setzt euch mit aller Kraft für die Sache des Herrn ein!

Ihr wisst ja:

Was ihr für den Herrn tut,

ist nicht vergeblich!

Und - haben Sie die Erklärung des Ostergeheimnisses verstanden? ;-) Es ist ein wunderbares Lied, voller Hoffnung - aber das Geheimnis erklärt es nicht so richtig.

Was hat es mit Ostern auf sich? Was ist die Konsequenz für das Leben, für die ganz normalen Menschen? Das haben die Gemeindemitglieder in Korinth gefragt. Das fragen wir heute. Denn an die Auferweckung Jesu von den Toten mag ich ja glauben. Aber die drängende Frage ist doch: Wie verändert sie das Leben überhaupt? Schon die Korinther haben ja gesehen: Es wird weiter gelitten, es wird weiter gestorben. Was also verändert Ostern?

Paulus setzt zu einer längeren Erklärung an - ich habe nur den Schluss es 15 Kapitels gelesen. Er erzählt zunächst von seinem eigenen Ostererlebnis, erinnert, dass er durch Gottes Gnade vom Saulus zum Paulus wurde. Er führt jede Menge Zeugen an, dass es wahr ist, was am Ostermorgen und danach geschehen ist. Er argumentiert, dass der ganze Glaube auf Ostern baut - sonst macht das alles keinen Sinn, sagt er. Er erklärt dann, dass Ostern sozusagen vorprogrammiert war im Weltenlauf, dass die Auferweckung von den Toten kommen musste, weil es eben Gottes Plan war. Anschließend versucht er, das Ostergeheimnis mit Beispielen aus der Natur zu erklären und kommt dann bei unserem Textabschnitt an. Dem Ende, dem Höhepunkt des Kapitels: der Sieg über den Tod ist errungen. Dank sei Gott!

Das klingt alles logisch. Wenn man denn den Argumentationen von Paulus folgen mag.

Glauben Sie das, Frau Röhrs? Glauben Sie an die Auferstehung der Toten?

Eine Frage, die meine Schülerinnen und Schüler stellen, und die manch Erwachsener vermutlich gerne stellen würde, aber sich nicht so recht traut. Glauben Sie das wirklich?

Der vor kurzem verstorbene Schweizer Lyriker und Pfarrer Kurt Marti hat eine Antwort versucht:

Ihr fragt

Wie ist die Auferstehung der Toten?

Ich weiß es nicht.

Ihr fragt

Wann ist die Auferstehung der Toten?

Ich weiß es nicht.

Ihr fragt

Gibt es eine Auferstehung der Toten?

Ich weiß es nicht.

Ihr fragt

Gibt es keine Auferstehung der Toten?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, wonach ihr nicht fragt:

Die Auferstehung, derer die leben

Ich weiß nur, wozu Er uns ruft:

Zur Auferstehung heute und jetzt.

Es ist ein ehrliches Gedicht. Die Antwort auf die vielen Fragen lautet: „ich weiß es nicht." Und um nicht ganz ohne Antwort zu bleiben, kommt am Ende das: „Ich weiß, wozu Gott uns ruft: zur Auferstehung heute mitten im Leben." Das klingt überzeugend. Das könnte ich auch unterschreiben.

Nur - ist das wirklich eine österliche Antwort?

Glaubst du an die Auferstehung? Selbstverständlich, hätte Paulus gesagt. Selbstverständlich. Und das er hätte nicht gesagt, weil er eben vor 2000 Jahren gelebt hat und es deswegen noch nicht besser hat wissen können. Sondern weil er dem Auferstandenen begegnet war. Weil es für ihn an der Wirklichkeit dieser Glaubenserfahrung keinen Zweifel geben konnte: Selbstverständlich glaube ich an die Auferstehung! Und ich, Paulus, verrate euch ein großes Geheimnis, dass ganz unmittelbar mit uns zu tun hat. Ich verrate euch ein großes Geheimnis, damit auch ihr umfassend an die Auferstehung glauben könnt. Das Geheimnis lautet: Wir werden alle verwandelt werden!

Okay, gut - aber: wie und wann?

Da sind wieder die Fragen von Kurt Martis Gedicht.

Die Antwort darauf ist nicht so leicht. Ist mehrschichtig. Da liegen auch bei Paulus die Antworten nicht klar nacheinander, sondern sie liegen sozusagen übereinander. So einfach ist das nicht mit der Auferstehung. Geheimnisvoll ist es eben und bleibt es am Ende auch.

Sicher ist, dass Paulus davon ausgegangen ist, dass das Ende der Zeit bald kommen wird, dass Jesus bald wiederkommen wird, dass der letzte Trompetenstoß bald erschallen wird. Deswegen müssen diejenigen, die jetzt leben, auch nicht sterben vor der Verwandlung. Das hat Paulus geglaubt und war damit etwas zu optimistisch. 

Aber letztendlich ist dieser zeitliche Irrtum für die Frage nach der Verwandlung unerheblich, denn alle werden ja verwandelt werden. Nicht um das Wann geht es, sondern um das Dass.

Paulus spricht beim österlichen Geheimnis für uns Menschen nicht von Auferstehung sondern von Verwandlung!

Das schützt vor vorschnellen Interpretationen, wie diese Auferstehung denn aussieht: Es geht schließlich nicht um eine Wiederbelebung der Toten - ohne Krankheiten, aber doch eben so wie man war: nein, Auferstehung ist ein verwandeltes Leben: ein Leben in Kraft, in Herrlichkeit, in Unvergänglichkeit - wie es Paulus kurz vor unserem Textabschnitt schreibt. Nicht einfach Wiederbelebung, sondern Leben im Lichte, in der Gegenwart, in der Herrlichkeit Gottes.

Wie geht diese Verwandlung vor sich? Paulus weiß das auch nicht so genau. Er ringt mit Worten, versucht es mit Bildern: vom Kleid der Unvergänglichkeit, das man anzieht, schreibt er, und das dann wohl mit einem verschmilzt. Kleider machen Leute wie wir wissen. Gotteskleider machen Gottesleute. Gott anziehen und verwandelt werden. Das Taufkleid anziehen und sich verwandeln lassen.

Manchmal wird einem das Gotteskleid einfach übergeworfen, ganz unerwartet und verwandelt einen. So war es bei Paulus: Aus dem Christenhasser wurde ein glühender Christusanhänger. Ein Gotteskleid aus Licht wurde ihm übergeworfen. Das hat ihn von Grund auf verwandelt.

Immer wieder machen Menschen solche Erfahrungen: Christus tritt in ihr Leben und verwandelt es grundlegend. Das ist nicht Alltäglich. Aber es geschieht. Ich könnte auch ein Lied davon singen.

Erfahrungen von Verwandlungen im Alltag. Ostern im Alltag. Auferstehung im Alltag. Neubeginn, der nicht möglich schien. Ja, das dürfen wir erleben!

Und das ist unglaublich wichtig! Unsere österliche Hoffnung nur auf das Leben nach diesem Leben zu setzen, wäre nicht im Sinne Jesu: er hat die Menschen getröst, geheilt, die unmittelbar vor ihm standen - und hat sie nicht vertröstet auf ein fernes Reich.

Auferstehung im Alltag. Das ist wunderbar.

Was ist aber mit der Frage nach der Vernichtung des Todes. Des richtigen, des leiblichen Todes, meine ich. Nicht der vielen kleinen, und durchaus ausgesprochen schmerzhaften und existentiell bedrohlichen Tode im Leben. Ist der Tod wirklich überwunden, vernichtet, siegt er wirklich nicht mehr, hat er wirklich nicht mehr das letzte Wort? wie es Paulus sagt.

Nicht nur Kinder stellen diese drängende Frage: Glauben Sie das? Glauben Sie das wirklich?

Ja, ich glaube, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Und, nein, natürlich weiß ich nicht, wie das aussieht in Gottes Herrlichkeit. Ich kann die Geschichten erzählen, die die Bibel erzählt - von der Hütte Gottes bei den Menschen, vom neuen Jerusalem. Aber wir wissen: Das ist nichts, was wir mit unserem aufgeklärten Verstand als genauso-wird-es-sein verstehen.

Und doch!

Ich glaube, dass Gottes Liebe größer ist als Raum und Zeit und damit über unseren leiblichen Tod hinaus reicht.

Ich glaube, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, um auch genau das zu zeigen: der Tod ist nicht das Ende, auch wenn es so scheint.

Dieser Glaube, dieses Vertrauen hat dann auch Konsequenzen für mein Leben. Ich kann Menschen leichter gehen lassen. Ich habe keine Angst, dass sie etwa in der Hölle landen. Ich habe keine Angst, dass sie sich einfach in Nichts auflösen. Das heißt nun wahrlich nicht, dass ich nicht traurig wäre, wenn Menschen sterben, die mir lieb und vertraut waren! Aber ich glaube daran, dass es ihnen gut geht - wo immer sie auch sind, wie verwandelt sie auch sind.

Und noch einen anderen Trost finde ich im Glauben an ein wie auch immer geartetes Weiterleben bei Gott nach diesem Leben: Ich muss hier auf dieser Erde nicht alles erreichen. Ich muss hier nicht zur Königin werden, es reicht Königskind zu sein. Kind, des Königs, der im Himmel zur Rechten Gottes auf dem Thron sitzt - um in der Bildersprache unserer Bibel zu bleiben.

Das alles ist geheimnisvoll, ja.

Aber deswegen ist ja noch lange nicht falsch.

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Amen

 

 

 

18.03.2018

Festgottesdienst zur Jubelkonfirmation 2018 - Könige 19,1-8 - Dekanin Glöckner-Lang

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus! Amen

Liebe Jubelkonfirmanden! Liebe Festgemeinde!

Bis hierher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte - das Lied, das wir im Eingangsteil gesungen haben, drückt glaube ich aus, was viele von Ihnen heute empfinden: Dankbarkeit für das, was Gott geschenkt hat, Dankbarkeit für seine Begleitung auf dem Lebensweg.

Für den heutigen Tag habe ich einen Bibeltext ausgesucht, der erzählt von einem, der auch schon eine ganze Weile unterwegs ist.

Müde ist er geworden. Denn er hat schon eine lange Wegstrecke hinter sich gebracht.

Müde ist er auch der vielen Kämpfe und Auseinandersetzungen, die bereits hinter ihm liegen.

Hören wir auf Worte aus dem 1. Buch der Könige im 19. Kapitel:

Da machte sich Elija auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba und ließ seinen Diener dort.

Und er ging in die Wüste eine Tagesreise weit und setzte sich unter einen Wacholderbusch und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug. So nimm nun meine Seele, ich bin nicht besser als meine Väter.

Und er legte sich und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss!

Und Elija sah sich um und siehe, da lag geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser.

Und als er gegessen und getrunken hatte legte er sich wieder schlafen.

Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss, denn du hast noch einen weiten Weg vor dir!

Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.

Treuer Gott! Du begleitest uns auf unserem Weg wie du Elija begleitetet hast. Stärke auch uns immer wieder durch dein Wort und durch dein Brot! Amen

Liebe Gemeinde!

Der Prophet Elija, von dem uns im 1.Buch der Könige, im Alten Testament berichtet wird, lebte 850 Jahre vor Christi Geburt.

Er lebte zu einer Zeit, da die Leute nichts mehr wissen wollten vom Gott ihrer Väter. Sie beteten fremde Fruchtbarkeitsgötter und bronzene Götzen an.

Aber einer machte da nicht mit: Elija, der Prophet Gottes.

Er vertraute auf den Gott seiner Väter.

Auf den Gott Abraham, Isaaks und Jakobs.

Seine Treue zu Gott brachte ihm jedoch den Zorn des Königs Ahab und seiner Gattin Isebel ein.

Sie wollten ihn töten lassen, deshalb musste er fliehen, um sich vor Isebel und ihrer Rache zu schützen.

Das ist die Vorgeschichte. Die Wegstrecke, die Elja bereits hinter sich hat. ---

Auch Sie, liebe Jubelkonfirmanden, sind schon beachtliche Wegstrecken gegangen.

50, 60, 65, 70 oder gar 75 Jahre sind vergangen seit sie konfirmiert wurden.

Und wenn man in die Jahreschronik schaut, dann waren das damals auch aufregende Zeiten.

Ich habe ein wenig recherchiert und werfe für uns einen Blick zurück:

1943, das Jahr in dem Reinhold Staub konfirmiert wurde.

Der Krieg im fünften Jahr. Die Zeit der Siege neigt sich dem Ende zu. Die Todesnachrichten häufen sich. Die Wahrheit des Wortes wird immer spürbarer: Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

1948, Konfirmationsjahr unserer Gnadenkonfirmandin Frau Junker: Deutschland liegt immer noch am Boden. Die großen Städte z.B. in unserer Nähe Mannheim, sind weitgehend zerstört. Millionen Flüchtlinge und Vertriebene suchen eine neue Heimat.

1953, die eisernen Konfirmanden werden konfirmiert:

In dieser Zeit driften Ost -und Westdeutschland deutlich auseinander. In aller Deutlichkeit zeigte der Aufstand am 17. Juni, dass das Volk in der DDR seinen neuen, streng sowjetisierten Staat ablehnte. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen.

Viele Vertriebene waren mittlerweile in Sinsheim angekommen. Dekan Glöckler, 1953 im zweiten Jahr in Sinsheim, hatte einen Doppeljahrgang zu konfirmieren.

1958, die diamantenen Konfirmanden werden konfirmiert: Schon wieder ein großer Jahrgang- 70 Konfirmanden sind es und sie alle haben in einem Raum Konfirmandenunterricht -heute absolut nicht vorstellbar. ich war zB am vergangenen Freitag mit 34 Konfis voll bedient.

1968: Die goldenen Konfirmanden: wegen Renovierungsarbeiten wurden sie in der Katholischen Kirche konfirmiert.

Das Jahr 1968 ist gekennzeichnet durch Protestbewegungen und viel Unruhe in Deutschland. Die 68er Bewegung richtet sich gegen alte, konservative Traditionen. Die Hippiezeit hat Konjunktur.

Und wie sieht die kirchliche Landschaft 1968 in Deutschland aus?

Die Zeitschrift der Spiegel startet damals eine Umfrage und erfragt den religiösen Hintergrund der Deutschen.

Ergebnis:

97 Prozent aller Deutschen im Jahr 1968 sind christlich getauft, 94 Prozent aller evangelischen Jugendlichen lassen konfirmieren, und ebenfalls 94 Prozent aller deutschen gehören einer der beiden großen Kirchen an;

Knapp die Hälfte der Bundesbürger im Jahr 1968 gibt an, mindestens einmal im Monat zur Kirche zu gehen.

Liebe Jubelkonfirmanden!

Andere Zeiten - .

Etliche Jahre ist das alles schon her - und trotzdem für viele von Ihnen sind die Ereignisse noch ganz lebendig.

Setz dich hin und halte inne, denn du hast einen langen Weg hinter dir - das könnte auch Ihnen der Engel des Herrn heute zurufen.

Setz dich hin und halte inne, denn du hast einen langen Weg hinter dir.

Komm und lass vor deinem inneren Auge vorüber ziehen die Jahre, die seit deiner Konfirmation vergangen sind.

Angefangen bei der Familie, den Eltern, den Geschwistern, den Freunden. Viele sind ein Stück Weg mit dir gegangen.

Schöne Zeiten gab es, an die man sich gerne erinnert.

Persönliche Hochzeiten.

Manch einer hat eine Familie gegründet. Mancher erlebte Erfüllung im Berufsleben. Manche Pläne konnten verwirklicht werden. Ein Zuhause hat man sich geschaffen.

Auch der Blick zurück auf die Konfirmandenzeit ist trotz aller Strenge, die damals oft herrschte, bei vielen eine gute Erinnerung.

Es war meist eine schöne Gemeinschaft auch durch die Christenlehre, die die Gruppe dann noch zwei Jahre zusammenhielt.

Solches Erinnern der Lebensgeschichte tut gut - aber es kann auch schmerzlich sein, denn von einigen Weggefährten hat man sich inzwischen schon verabschieden müssen.

Setz dich hin und halte inne, denn du hast schon einen weiten Weg hinter dir.

Liebe Jubelkonfirmanden!

Vielleicht gab es auch auf Ihrem Weg schon Situationen, da war man scheinbar am Ende.

„Es ist genug", sagt Elija in unserem Predigttext. Er mag nicht mehr weiter.

Vielleicht ist einigen von Ihnen die Situation des Elija gar nicht so fern.

Wer hat nicht auch schon einmal gesagt: Es ist genug!

Jetzt reicht es! Mehr kann ich wirklich nicht mehr aushalten!

Zuviel Sorgen. Zuviel Schmerzen, Zuviel Trauer.

Und zu wenig Hoffnung!

Ja vielleicht hat sogar schon jemand wie Elija gedacht: Wenn ich jetzt gehen könnte: Herr, nimm meine Seele von mir!

Doch dann kommt alles ganz anders für den Propheten.

„Plötzlich rührte ihn ein Bote Gottes an und sprach zu ihm: Steh auf und iß! Denn du hast noch einen weiten Weg vor dir!"

Elija blickte sich um und da stand hinter ihm frisches Brot und ein Krug Wasser.

Und Elija stand auf und aß von dem Brot und trank aus dem Kelch. Und legte sich wieder hin und schlief. Und der Bote Gottes kam ein zweites Mal zu ihm hin und sagte: „Steh auf und iss! Denn du hast noch einen weiten Weg vor dir!"

Liebe Gemeinde,

Kein Wunder vollbringt der Engel, keine großartige Tat.

Er bringt nur etwas zu essen, ein Frühstück, mehr nicht.

Und doch: Diese einfache Geste ist für den Propheten Stärkung und Ermutigung.

Manchmal bedarf es gar nicht viel, damit wir wieder neuen Lebensmut finden.

Manchmal brauchen wir nur ein aufmunterndes Wort: „Steh auf! Iss!" Manchmal brauchen wir nur eine liebevolle Geste der Zuwendung. Eine sanfte Berührung, die uns aufhilft und stärkt.

Manchmal brauchen wir nur einen freundlichen Blick, der uns sagt: Ja, ich denke an dich, ich bin für dich da.

Wir brauchen die Erinnerung daran, dass wir nicht alleine und gottverlassen sind in den Wüstenzeiten unseres Lebens.

Liebe Jubelkonfirmanden,

Bis hierher hat euch Gott gebracht in seiner große Güte! Heute dürfen Sie innehalten und auf lange Wegstrecken zurückschauen. Heute dürfen sie sich aber auch stärken lassen für Ihren Weg.

Wenn Sie jetzt gleich nach vorne kommen, wird Ihnen Gottes Segen noch einmal zugesprochen werden.

Und wenn wir nachher miteinander Abendmahl feiern soll Ihnen das Brot des Lebens Kraft geben für ihren Weg.

Wie weit Ihr und unser aller Weg noch ist, das wissen wir nicht. Aber heute am Tag der Jubelkonfirmation will Gott Sie daran erinnern, dass Sie nicht alleine unterwegs sind.

Ihnen und uns allen sagt er heute zu:

Ich bin mit dir gewesen in all der Zeit.

Und ich werde mit dir sein in allem.

Darum: Steh auf uns iss - denn du hast noch einen weiten Weg vor dir!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

 

 

 

 

nach oben
.

.